



„Spiritus Dei“
Dem Himmel nah. Hintergründe zu einem in Deutschland einzigartigen Projekt
Kann Kirchenmusik den Pop-Himmel erklimmen? Kann Popmusik - von Priestern gesungen - Gottvertrauen vermitteln? Ungewöhnliche Themen, die am Anfang eines außergewöhnlichen Vorhabens standen. Themen, die Abtprimas Dr. Notker Wolf in Rom und den Zisterzienser Mönch Karl Wallner vom Stift Heiligenkreuz bewegten, als es um die besten Kandidaten für ein einzigartiges Musikprojekt ging. Aus vielen Gesprächen kristallisierten sich die richtigen Stimmen heraus: Pater Vianney Meister, Abt Rhabanus Petri und der Diözesanpriester aus Wien Andreas Schätzle. Drei Priester, deren Alltag von Gebet und kirchlicher Arbeit geprägt ist, und deren Herzen für Musik und Singen schlagen. Ihre Stimmen berühren. „Wir wollen mit unseren Liedern Hoffnung und Begeisterung auslösen, und auch helfen über Schmerzen im Leben hinweg zu kommen,“ ist das einhellige Credo von allen dreien. Die Musik der Priester geht direkt ins Herz, sie spendet Freude, wenn man die Lieder einfach nur hört, sie tröstet, wenn es einem schlecht geht. Und sie ist ungewöhnlich. Zum Kirchenlied ‚Tantum Ergo‘ schwingt beispielsweise ein Bolero im Hintergrund. Das Lied ‚O Haupt voll Blut und Wunden‘ singen die Priester voller Mitgefühl, mit Hip Hop-Beats unterlegt erklingt es so, als ob es einem Film entnommen wäre. Und zu ‚Glorificamus Te‘ begleitet den Gesang der Priester melodisch die Musik von Tschaikowskys Schwanensee. Kombinationen also, die für die Ohren etwas völlig Neues sind.
Nicht nur die großen alten Komponisten Händel, Bach, Tschaikowsky, Beethoven, Smetana findet man dabei auf der Debut-CD ‚Spiritus Dei‘ in einer zeitgemäßen Umsetzung. Auch Popsongs singen die Priester auf der CD auf einzigartige Weise: ‚Hallelujah‘ von Leonard Cohen oder ‚Dieser Weg‘ von Xavier Naidoo. „Am Anfang sangen die drei die Poplieder ganz gradlinig, mehr in der Art von Kirchenliedern, aber nach einiger Zeit brachten sie einen unverwechselbaren Stil in die Songs“, erinnert sich Produzent Thorsten Brötzmann an die Arbeit im Studio. Das Ergebnis ist eine Art von neuem „kirchlich gesungenem Gefühl“: ungewöhnlich, überraschend und erquickend für die Seele.
Und so ist auch das ganze Projekt einzigartig: Beispielsweise kommen in einem der Songs 120 Tonspuren zum Tragen – wie sonst eher selten in einer Pop-Produktion. Oder beim Videodreh zu ‚Spiritus Dei‘ wird eine Liebesgeschichte mit der Botschaft der Mönche verknüpft. Auf den höchsten Bergen sieht man dazu die drei fast wie Musketiere Gottes auf den Wipfeln des Mont Blanc-Massivs entlang schreiten. Eindrucksvolle Bilder auch für den Schirmherr des Projektes Abtprimas Dr. Notker Wolf, der dann auch gleich die Worte dazu findet: „Der Blick über die Berge weitet das Herz für die Größe des Schöpfers und seine Liebe zu uns Menschen. Lobpreis und Dank sind unsere Antwort, wenn wir uns im Gesang zu ihm erheben.“
Mit dem Projekt wollen die Priester nicht nur die Freude an der Musik wecken, sondern auch Einblicke ins kirchliche Leben geben. Sie laden deshalb jeden Interessierten auch zum Besuch ins Kloster ein. Gelegenheit hierzu bieten viele Klöster, so wie auch die Heimatklöster von Pater Vianney Meister (St. Ottilien) und von Abt Rhabanus Petri (Schweiklberg), die ihr Angebot denn auch gleich konkret machen: „Hier kann man den Frieden und die Ruhe des klösterlichen Lebens erspüren: ob im klostereigenen Gästehaus oder an Orten wie der Kloster-Gärtnerei, der Imkerei, der Forstwirtschaft oder natürlich der Abteikirche. Und hier kann man die Tagesabläufe der Mönche kennenlernen.“ Neben dem Gebet und dem gemeinsamen Arbeiten ist dabei eine der wichtigsten Aufgaben, hilfsbedürftigen Menschen beizustehen. Folgerichtig wollen die drei Priester denn auch ihre Erlöse aus dem Projekt guten Zwecken zukommen lassen.
Abt Rhabanus Petri
Abt Rhabanus Petri leitet seit Juni 2007 das Kloster Schweiklberg in Vilshofen an der Donau. Die Aufgabe des Abtes umfasst nicht nur die geistliche Leitung der Gemeinschaft. Auch der Blick auf die vielen Aufgabenbereiche des Klosters gehört dazu: z.B. die Vermarktung des Schweiklberger Geistes, die Realschule und die Werkstätten. Abt Rhabanus spielt Orgel und Tuba und singt bei den Priestern die Zweitstimme und Backings. Er trat 1982 in das Noviziat der oberbayerischen Erzabtei St. Ottilien ein und studierte Theologie an der Zisterzienser-Hochschule Heiligenkreuz bei Wien und im schweizerischen Fribourg. Eine Devise des Abtes lautet: „Porta patet – magis cor.“ Die Tür ist offen - mehr noch das Herz. Und sein Herz ist offen. Er lacht gerne und ist ein fröhlicher Mensch. Diese Freude wird auch spürbar, wenn er sagt: „Ich singe für mein Leben gern.“
Benediktiner Pater Vianney Meister
Pater Vianney Meister ist Chefkantor der Mönchs-Schola in St. Ottilien und hat als erfahrener Sänger des gregorianischen Chorals bei vielen Konzerten mitgewirkt und mehrere CDs eingespielt. Er spielt Trompete, Tuba und Gitarre. Er ist Leiter des Klosterinternats und hilft den Schülern besonders beim Lateinstudium. Mit seiner beschwingten, lebensfrohen und optimistischen Art begeistert er die Kinder genauso wie seine zwei Gesangspartner. „Unsere CD ist für mich gesungenes Gebet“, sagt er über das Projekt und möchte damit den Menschen auch Gott und das kirchliche Leben nahebringen und ihnen ebenso Trost in schweren Zeiten spenden. „Wer die Musik schätzt, sammelt für sich einen Schatz! Denn die Melodien großer Komponisten und die gesungene Worte dieser CD spiegeln für mich etwas von den Schätzen des Himmelreichs wieder.“
Diözesanpriester Andreas Schätzle
Andreas Schätzle ist ein deutscher Priester in Wien und engagiert sich viel in der Jugendarbeit in Österreich, etwa innerhalb seiner Gemeinschaft Loretto, einer jungen kirchlichen Bewegung. Auch in seinem Leben spielt Musik eine zentrale Rolle: Er hat in Mainz und Wien Musik studiert, spielt Trompete, Gitarre und Klavier und schreibt seit vielen Jahren eigene Songs. Und so ist auch seine Berufung zum Programmdirektor des christlichen Senders Radio Maria Österreich nur eine logische Konsequenz zur Freude vieler gewesen. „Ein Programm ist gut, wenn es die Herzen berührt und Menschen echte Nahrung für ihr Leben gibt,“ sagt er dazu. Ihm liegt daran mit Musik Freude in den Menschen zu entfachen und beschreibt seine Motivation bei dem Album mitzuwirken wie folgt: „Leben ist Begegnung - Begegnung, die in spannender Weise in diesen Songs ihren Ausdruck findet. Unsere Musik will neue Wege öffnen, auf denen Menschen heute Gott begegnen können.“