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March of Ghosts Tour 2012
Gazpacho

In dem beständigen Bestreben, Musik möglichst akkurat zu beschreiben, haben sich die Medien schon so manches Sub-Genre erdacht, aber wie viele Bands tummeln sich wohl in der „classical post-alternative ambient nocturnal atmospheric neo-progressive folk world rock“-Schublade, in die ein Journalist - offenkundig um Worte ringend - Gazpacho einst stecken wollte?

Konventionellere Versuche zielten darauf ab, den charakteristischen Sound Gazpachos durch Vergleiche verständlich zu machen. Die zu erkannt geglaubten Ähnlichkeiten reichten von Radiohead über  Porcupine Tree bis Marillion – und manchmal gar bis a-ha. Doch auch Vergleiche mit solchen Schwergewichten werden dem Kern von Gazpachos Musik nicht gerecht.

Gegründet wurde die Band 1996 von den Sandkastenfreunden Jon-Arne Vilbo und Thomas Anderson mit Jan-Henrik Ohme (später gesellten sich noch Mikael Krømer, Lars Eric Asp und Kristian Torp dazu).  Seither haben Gazpacho ihrem unverwechselbaren Stil über eine ganze Reihe von hochgelobten Alben und extensives Touren, inklusive zahlreicher Konzerte mit ihren Langzeit-Fans von Marillion, den letzten Feinschliff verpasst.

Sowohl die Alben und die Auftritte als auch das Internet und Mund-zu-Mund-Propaganda haben dafür gesorgt, dass Gazpacho inzwischen über eine so solide wie stattliche Anzahl an Fans auf dem gesamten Globus schauen können.

Bislang veröffentlichte die Band alle ihre Platten in Eigenregie oder über Marillions Racket Records-Label, doch nun hat sich das britische Kscope-Label die Rechte gesichert, das u.a. für die Veröffentlichungen von Steven Wilson und Anathema bekannt ist.

Letztes Jahr erschienen „Missa Atropos“ und „Live in London“ bereits auf Kscope. Letzteres wurde während Gazpachos vorangegangener Europa-Tour mitgeschnitten, deren Erfolg letztlich auch für das aktuelle Album „March of Ghosts“, das in diesem März erscheint, mitverantwortlich zeichnete, wie Jon-Arne erzählt: „Die letzte Tour war wirklich inspirierend für uns. Also sind wir einfach direkt im Anschluss wieder ins Studio gegangen, da wir dieses Gefühl irgendwie beibehalten wollten. Das führte letztlich dazu, dass der Großteil des Albums innerhalb eines Tages geschrieben wurde, an dem Mikael, Thomas und ich den ganzen Tag und die folgende Nacht durchgejammt haben. Rückblickend ging uns ‚March of Ghosts’ überraschend leicht von der Hand.“

Während man „Missa Atropos“ durchaus noch als Konzeptalbum ansehen kann, im Laufe dessen die Band eine Person begleitet, die alles hinter sich lässt, sieht Thomas in „March of Ghosts“ eher eine Ansammlung an Kurzgeschichten: „Die Idee war, dass wir die Hauptfigur durch eine Nacht schicken, in der ihr alle möglichen Arten von Geistern (tot oder lebendig) begegnen, die ihre jeweils eigene Geschichte zu erzählen haben.“

In dieser Geisterschar befinden sich u.a. haitianische Kriegsverbrecher, die Besatzung der Mary Celeste, ein vom Ersten Weltkrieg heimkommender US-Soldat, der sich den Gegebenheiten des Jahres 2012 gegenüber sieht sowie ein englischer Komödienschreiber, der fälschlicherweise des Verrats angeklagt wurde, und nun dazu verdammt ist, bis in alle Ewigkeit Grammophon-Aufnahmen seiner eigenen Berichterstattungen im Feindesradio zu lauschen.

Leadsänger Jan-Henrik erklärt es so: „Das sind Kurzgeschichten. Der Marsch der Geister. Das sind Geschichten, die erzählt werden müssen.“

Ab dem 12. März 2012 habt Ihr die Chance, diese Geschichten zu hören. Im März und April sogar live!

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