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Vampire Weekend
Einige Bands bleiben immer bei ihren alten Strickmustern, andere verändern sich von Album zu Album radikal. Vampire Weekend haben bei ihrem zweiten Album weder das eine noch das andere getan. Oder vielleicht beides: „I think we sound more like Vampire Weekend than we did on the first record“ meint denn auch Schlagzeuger Christopher Tomson. Das neue Album sprudelt nur so über vor frischen neuen Ideen die mit einer Wucht präsentiert werden, dass es einem die Sprache verschlägt. „Contra“ präsentiert sich dem Hörer kurz und straff durchkomponiert (10 Titel mit einer Lauflänge von 39 Minuten) mit einer Fülle an eingängigen und funkelnden Songperlen, die sich fast unmerklich mit so schwierigen Themen wie Verlust, Angst und dem Tod auseinandersetzen. Ein gewagtes Unterfangen, doch es kann als gelungen bezeichnet werden. Im Januar 2009 begannen die Aufnahmen für das vorliegende Album, nur zwei Wochen nachdem die Jungs von ihrer 18 monatigen Welttournee zurück in die Heimat kamen. Ursprünglich plante man, in Kalifornien aufzunehmen, da man die Westküste als neue spirituelle Heimat ansah, man merkte aber doch schnell, dass New York als Standort etliche Vorteile mit sich brachte, Im März 2009 tourte die Band zum ersten Mal durch Mexiko. Nur wenige Blocks entfernt von Frida Kahlos Haus fanden sie ein Studio, in dem erste Songs eingespielt wurden. DJ und Produzent Toy Selectah erwies sich dabei als verwandte Seele. Tagelang hörten sie gemeinsam Musik und philosophierten über Ideen, so sammelten sie neue Energien und kehrten frisch und motitivert nach New York zurück. So konnten noch verschiedenere musikalische Stile, Kunstformen und Philosophien ihren Einfluss auf den neuen-alten Vampire Weekend-Sound nehmen: Third Wave Ska, The Hallelujah Chicken Run Band, Brazilian Baile Funk, Congolese Thumb Pianos, Repo Man, Sublime’s 40 Oz to Freedom, Reggaeton,Bachata, Bollywood, Philip Roth, Beethoven, NYC 1983, Dancehall, Beastie Boys, Pauls Boutique.... All diese Einflüsse spielen subtil zusammen und ergeben in der Kombination einen ganz eigenen, vielschichtigen Sound. Sowohl die Musik als auch die Lyrics lassen viel Interpretationsspielraum und die Songs sind oft mehrdeutig – darauf deutet auch der Titel „Contra“ hin. Mit diesem Album haben Vampire Weekend ihr Territorium neu ergründet – knisternd, lebendig und hoch literarisch - und eben ganz unverkennbar ihr eigenes.

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