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Chief
„Modern Rituals“ VÖ 17.09.2010 – (Domino/ GoodToGo) Die Geschichte der Band Chief spielt an zwei Küsten. Obwohl Evan Koga, Mike Moonves und die Brüder Danny und Michael Fujikawa alle in Los Angeles aufwuchsen, zog es sie zum Studieren ins Lichtjahre entfernte New York. Außerhalb des Campus machten sie musikalisch zunächst in verschiedenen Projekten ihre Erfahrungen. Es war Koga, der die vier mit einigen eigenen Songs vereinte. Er schrieb sie unter seinem Spitznamen Chief. Der Bandname war damit kein Problem mehr, jetzt musste in den Clubs New Yorks nur noch an den Songs gefeilt und der eigene Sound gefunden werden. Und der hat es in sich: ein nachdenkliches und melodisches Update vergangener Sommer- und On-the-road-Songs der Marke Neil Young, Tom Petty, The Band, Crosby, Stills and Nash. Zeitloses Songwriting für schnelllebige Zeiten. L.A. war in Wirklichkeit immer ganz nah. Und tatsächlich zog es die Bande 2009 auch physisch wieder zurück in die Stadt der Engel. „Wir wollten einfach einen Gang runterschalten“, meint Sänger und Gitarrist Koga. „Unsere Bpm-Zahl ist hier etwas niedriger.“ Auf ihrem Debütalbum „Modern Rituals“ wurde das transkontinentale Herunterschalten nun im herrlichen, klangvollen Stereo eingefangen. Die Aufnahmen begannen im November 2009, zusammen mit dem Grammy-prämierten Produzenten Emery Dobyns (u.a. Suzanne Vega, Patti Smith, Antony And The Johnsons, Black Crowes) trugen die vier ihr Liederbuch ins Studio. Das Ziel war es, eine Rockplatte ohne Schnörkel und Grenzen fertigzustellen. „Modern Rituals“ sei „das Album eines Reisenden“, erklärt Gitarrist Danny Fujikawa. „Ich höre die Songs und sehe mich plötzlich den Pacific Coast Highway herunterfahren. Oder beim Spazierengehen in New York. Das würde sich ähnlich anfühlen.“ „Modern Rituals“ entstand in vier verschiedenen Studios, Songfragmente geisterten zwischen New York und Los Angeles, zwischen Echo Park, Los Feliz und Venice hin und her. „Es wird kaum jemand merken“, gibt sich Michael geheimnisvoll, „es ist eher wie ein mathematisches Problem. Aber ich höre aus jeder Schicht eines Songs persönliche Erfahrungen heraus.“ Und Danny weiß von einem Element zu berichten, das das ganze Album vereint: „Da ist sehr viel Meer drin.“ Tatsächlich spielen Landschaftsbilder eine große Rolle – etwa in „This Land“, das von hügeligen Weiten kündet, oder in „Breaking Walls“, wo sich Gitarrenakkorde zu kleinen Wasserwirbeln formieren, um sich im nächsten Moment zu einer tosenden Brandungsgischt zu erheben. Musik als Naturerlebnis: Einmal tief durchatmen und die frische Brise auf der Haut spüren. Doch ist „Modern Rituals“ mehr als ein Rock-’n’-Roll-Album, das an der Küste entstand. Es sind vor allem die Songs, denen eine besondere Bedeutung zukommt. Sie bilden zwischen all den Rhythmen und Wellenlängen eine sichere, familiäre Brücke. Nicht nur das: Die Aufnahmen machten Chief selbst zu einer Art Familie. Seit Kogas ersten, eher folkigen Songs reifte jedes Bandmitglied mit jedem Lied und ließ so die Band zusammenwachsen. Es entwickelte sich eine einzigartige Songwriting-Partnerschaft zwischen Koga und Fujikawa. „Ich hatte immer Vertrauen in Evans Songs“, sagt Danny, der für Chief früher von der Schule abging. „Evan hat ein Händchen für die richtigen Akkorde. Und er singt nicht einfach dazu, er fließt über sie hinweg.“ Die kreative Demokratie innerhalb der Band zeigt sich nicht nur im Zusammenspiel der beiden Gitarren und im Harmoniegesang, den Chief bis zur Perfektion beherrschen. „Als Band stehen wir alles gemeinsam durch“, meint Michael. „jeder von uns steckt in der Musik, egal, ob man am Songwriting oder den Texten beteiligt ist oder nicht.“ Diese Liebe zur Musik steckt in jedem einzelnen Ton des Albums, besonders aber in „In The Valley“: Hier tanzen Evans und Dannys Gitarren langsam miteinander, während Mikes and Michaels Rhythmusabteilung locker, aber taktvoll begleiten. Und über all dem ein Himmelszelt an Vokalharmonien, wie es so wohl nur in den USA aufgeschlagen wird. Seit den Anfängen der Band stehen die Gesangsharmonien im Mittelpunkt. In ihnen vermählen sich Individualität und Tradition, Moderne und Loyalität gegenüber den oben erwähnten R&R-Legenden. „Chief haben mir musikalisch die Augen geöffnet“, meint Danny. „Ich fing als Gitarrist an und habe nun eine Stimme. Ich möchte, dass die Menschen hören, wie stolz wir auf diese Songs sind.“ Das werden sie.

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