Wenn einer mit 51 Jahren sein erstes Album veröffentlicht, ist das eher ungewöhnlich. Noch ungewöhnlicher ist es, wenn dieser Musiker eigentlich ein oscarprämierter Schauspieler (Mystic River) und Regisseur (Dead Man Walking) ist und nur selten als Sänger in Erscheinung getreten ist. Tatsächlich konnte man Tim Robbins schon einmal als rechtskonservativen Folk-Sänger und Senatskandidat Bob Roberts im gleichnamigen sozialsatirischen Film erleben von dem übrigens auf Robbins eigenen Wunsch nie ein Soundtrack veröffentlicht wurde. Doch Musik liegt dem Amerikaner im Blut, schließlich wuchs er als Sohn des Folksängers Gil Robbins und der Schauspielerin Mary Bledsoe und als Bruder des Komponisten David Robbins in einer kreativ geprägten, sehr musikalischen Umgebung in Greenwich Village auf. Lange Zeit schon schreibt der dezidierte Bush-Kritiker Songs und trat damit auch hin und wieder auf so geheim wie möglich, denn: I have too much respect for music to put out something that wasnt coming from a genuine place. Doch nun ist die Zeit gekommen, zusammen mit der siebenköpfigen Rogues Gallery Band, bestehend aus Kate St. John, Leo Abrahams, David Coulter, Roger Eno, Rory McFarlane, Andrew Newmark und Dudley Phillips, neun Songs zwischen Gypsy, Americana und Folk einzuspielen. Jeder Song erzählt eine Geschichte mit viel Leidenschaft und ungeschönter Ehrlichkeit. Produziert wurde das Album von Robbins Freund Hal Willner, dem legendären Produzenten (Lou Reed, Marianna Faithfull) und musikalischem Supervisor von Saturday Night Live. I was thinking of actually calling it the midlife crisis album, but then I thought maybe not. Da spricht der begnadete Selbstironiker, der seine komischen und traurigen Geschichten in neun Songs gepackt hat. Die will er im Herbst live präsentieren und wir freuen uns sehr, dass Tim Robbins mit der Rogues Gallery Band auch auf Tour nach Deutschland kommt, um uns ganz und gar nicht geheim seine neuen Songs zu präsentieren.
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