Nakhane

22.09.18 - Hamburg, Reeperbahn Festival

Tickets ab 39€ zzgl. Geb.

Mehr Infos unter www.reeperbahnfestival.com

Fotocredit: Tarryn Hatchett

Mal ehrlich: Wer hätte jemals für möglich gehalten, dass der Erretter des Neo-Soul ausgerechnet aus Südafrika stammen würde? Schon im letzten Jahr wurde Nakhane auf dem renommierten Transmusicales Festival im französischen Rennes als „Best Newcomer“ gehandelt – und das aus ziemlich gutem Grund: Nakhane verbindet in seinem einzigartigen Signature-Sound experimentelle elektronische Elemente mit zurückgelehntem Soul und dezenten traditionellen Einflüssen aus seiner afrikanischen Heimat zu einem sofort unter die Haut gehenden Hybrid-Mix.

Schon früh wurde Nakhane seine unglaubliche Stimme in die Wiege gelegt: Geboren in der südafrikanischen Kleinstadt Alice und aufgewachsen in der nicht allzu weit entfernten Metropole Port Elizabeth, erinnert diese ganz besondere Reinheit seiner Vocals angenehm an sein großes Vorbild Anohni, die „mein ganzes Leben verändert hat.“ Ebenso, wie auch der südafrikanische Schriftsteller James Baldwin, wie der vielschichtige Alroundkünstler erklärt. Und nicht zu vergessen seine nahezu magnetische Ausstrahlung: Nakhane verfügt sowohl auf, als auch abseits der Bühne über ein sofort einnehmendes Wesen und eine androgyne, fast schon schmerzhaft zerbrechliche Eleganz, der man seine Seelenpein unter der makellosen Oberfläche trotz allem deutlich anmerkt.

Auf seinem neuen Longplay-Nachfolger „You Will Not Die“ (VÖ: 16.03.18 via BMG) beschäftigt sich Nakhane mit dem tiefen Bedürfnis nach Emanzipation: Nachdem er sich nach seinem Coming-Out vom Urteil seiner Umwelt befreit hatte, macht er sich nun frei von einer weiteren, belastenden Bürde: Indem er seinen christlichen Glauben ablegt. Eine Entscheidung, die auf einem Traum basiert, der auch als Inspiration für den Albumtitel diente. „Eines Nachts träumte ich, dass mir eine Stimme mein Todesdatum verriet. Nachdem ich eine ganze Ewigkeit mit panischer Angst vor einer göttlichen Strafe leben musste, war das wie eine Befreiung. Also beschloss ich, diese verlorene Zeit irgendwie wieder gut zu machen und endlich das Leben zu führen, das ich schon immer führen wollte.“ Ein Aspekt dieser kompletten Lebensumstellung: Nakhane hörte auf, zu Gott zu beten.