

Viele Bands beanspruchen das Adjektiv "filmisch" bzw „bildreich“ für sich. Aber welche Band kann von sich behaupten einen wirklich kinowürdigen Moment als Teil ihrer Gründunggeschichte zu haben? Es war eine dunkle und neblige Nacht, als Still Corners Songwriter Greg Hughes zum ersten Mal Sängerin Tessa Murray sah. "Es klingt blöd, aber es ist vollkommen wahr", erzählt er. "Ich war in einem Zug, der zur London Bridge fuhr. Aber aus irgendeinem Grund stieg ich an der falschen Haltestelle aus. Mit mir stieg diese andere Person aus. Es war Tessa."
Es war ein passender Moment für den amerikanischen Musiker, der nach London kam, um eine Karriere in der Musik zu versuchen. Als Filmliebhaber, dessen erste Veröffentlichung „Remember Pfeffer“ sowohl an den jugendlichen Sound des Französischen New Wave erinnert als auch an das Unbehagen des italienischen Horrors, sieht Hughes den Film als einen großen Einfluss; von den Projektionen (erstellt von Bandmitglied Leon Dufficy), die in die Live- Performances der Band eingebaut sind, bis hin zu der frei schwebenden Anmut des Debütalbums „Creatures of an Hour“. "Es gibt einfach bestimmte Dinge in bestimmten Filmen, wie z.B. bei älteren Horrorfilmen und anderen ausländischen Filmen, die man ab und zu sieht. Sie haben einfach eine bestimmte Stimmung und Atmosphäre", sagt Hughes.
Aufgenommen in Hughes’ eigenem Studio in Greenwich, liegt der Teufel bei „Creatures of an Hour“ wirklich im Detail. Durch die Verschmelzung flüsternder Intimität mit der emotionalen Weite des Komponisten Ennio Morricone schafft Hughes musikalische Werke, die zunächst simpel erscheinen, wie halbe Erinnerungen an Träume. Die Single "Cuckoo" glänzt in ihrer Einfachheit: ein einfacher Drumbeat, geisterhafte Gitarre, und entfernte Orgel heben Murray’s eindringlichen Sopran hervor, als sie fragt: “I’d like to read your mind/can you read mine?” "Es geht um Verwirrung", erklärt Hughes. "Es geht darum sich zu fragen ‚Bin ich verrückt? Mag mich diese Person? Was ist los? Das ist der Vibe der gesamten Platte."
Hughes hat erkannt, dass das musikalische Rätsel um Still Corners heisst: Weniger ist mehr. "Ich mag nicht gern über die Entschlüsselung der Songs zu sprechen. Es nimmt dem Ganzen das Geheimnisvolle.", sagt er. "Ich mag, wenn die Menschen zuhören und sich dann ihr eigenes Bild machen."
Still Corners (kürzlich zum Quartett gewachsen durch Leon Dufficy und Luke Jarvis) veröffentlichten ihre Debüt-LP „Creatures Of An Hour“ am 11. Oktober bei Sub Pop.